
ERZIEHUNG & PFLEGE
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Der Besuch einer Welpenschule ist in jedem Fall sinnvoll, selbst wenn man seinem Welpen im privaten Umfeld viele Sozialkontakte zu anderen Hunden bieten kann.
Die wichtigsten Gründe sind:
Sozialisierung:
- Der Welpe lernt den Umgang mit Artgenossen und anderen Menschen.
- Hündische Kommunikation wird trainiert.
- Im kontrollierten Spiel mit anderen Welpen lernt der junge Hund, mit seinen Zähnen vorsichtig umzugehen und nicht ernsthaft zuzubeißen (Beißhemmung).
- Durch eine frühe Sozialisierung sind Ängste und Aggressionsverhalten später im Leben unwahrscheinlicher.
Grunderziehung
- Spielerisch werden erste Kommandos trainiert, einschließlich Abrufen und Leinenführigkeit.
- Der Welpe lernt, sich auch bei Ablenkung auf seinen Menschen zu konzentrierten.
- Ruhiges Warten und Geduld werden gefördert, Frustrationstoleranz trainiert.
Umweltgewöhnung
- Konfrontation mit verschiedenen Geräuschen, Untergründen und Situationen helfen dem Welpen, ein gesundes Selbstbewusstsein zu erlangen und souveräner zu werden.
Stärkung der Mensch-Hund-Bindung
- Durch gemeinsames Training wächst das Vertrauen zwischen Halter und Welpe.
- Spielerisches Lernen fördert eine positive Beziehung.
Eine gute Welpenschule, in der der junge Hund seine sozialen Fähigkeiten trainieren kann, bietet also die besten Voraussetzungen für ein entspanntes Miteinander im späteren Leben.chtig ist dabei, eine Hundeschule mit gewaltfreier Erziehung und positiver Verstärkung zu wählen.
Den Sachkundenachweis müssen Hundehalter erbringen, wenn ihr Hund ausgewachsen eine Schulterhöhe von 40 cm oder mehr erreichen oder mindestens 20 kg schwer sein wird.
Die Prüfung zum Erwerb der Sachkunde kann bei uns in der Praxis abgelegt werden. Ausführliche Informationen zum Thema haben wir Ihnen hier zusammengestellt.
Die Fragebögen zum Üben finden Sie auf der Seite der Tierärztekammer Nordrhein:
Fragebögen zum Sachkundenachweis
Auch für Besitzer kleinerer Hunde ist es übrigens empfehlenswert, die Fragen einmal durchzuarbeiten!
Beißhemmung bedeutet, dass der Welpe lernt, seine Beißkraft zu kontrollieren und auch in brenzligen Situationen später einmal nicht ernsthaft zuzubeißen. Die Beißhemmung gegenüber anderen Hunden und dem Menschen muss separat trainiert werden.
Ersteres erfolgt im Spiel mit den Geschwistern und später mit anderen Welpen in der Welpenschule. Wenn ein Welpe dabei im Spiel zu fest zubeißt, quietscht der Spielpartner auf und das Spiel wird unterbrochen. Mit der Zeit lernt der Welpe, dass der Spaß endet, wenn man zu unvorsichtig ist.
Die Beißhemmung gegenüber dem Menschen müssen die Besitzer regelmäßig mit ihrem Welpen trainieren. Grundsätzlich läuft dies ähnlich ab:
- Fordern Sie Ihren Welpen immer wieder einmal zu „Beißspielen“ auf (der Welpe sollte diese Spiele nicht beginnen).
- Wenn der Welpe etwas fester zubeißt, „quietschen“ Sie ein deutlich vernehmbares „Au!“ und stoppen das Spiel. Mit recht großer Wahrscheinlichkeit wird Ihr Welpe sich kurz erschrecken und sich ebenfalls zurücknehmen. Wichtig ist dabei das Timing, das Quietschen muss unmittelbar, spätestens aber innerhalb von 2 Sekunden nach dem Biss erfolgen.
- Nach einem kurzen Moment des „Nachdenkens“ spielen Sie dann weiter. Wird der Welpe innerhalb kurzer Zeit wieder rabiat, dann folgt der Spielabbruch: Sie quietschen erneut auf, drehen sich weg und verlassen den Raum. Während Sie gehen, ignorieren Sie den Welpen. Er lernt so, dass übermäßiges Beißen das Spiel beendet und der Spaß vorbei ist.
- Diese Schritte sollten mehrmals täglich wiederholt werden, bis der Welpe ca. vier Monate alt ist.
Mit der Zeit wird der Welpe auf artgerechte Weise lernen, mit seinen Zähnen vorsichtig und sanft umzugehen.
Wichtig: Kinder sind tabu! Auf ihnen wird nicht herumgekaut und sie sollten auch nicht beim Beißhemmungstraining anwesend sein.
Und noch ein Tipp: Damit der Welpe auf das „Au!“ ausreichend reagiert, sollte er keine Quietschspielzeuge zur Verfügung haben. Da das Quietschen des Spielzeugs keine Konsequenzen hat (es erfolgt kein Spielabbruch), würde der Welpe abstumpfen und das Beißhemmungstraining würde erschwert werden. Stellen Sie sich aber einmal das Quietschen der Quietschente vor: Ihr „Au!“, wenn der Welpe zu feste zwickt, sollte ungefähr diese Tonlage treffen.
(Es gibt natürlich hin und wieder Welpen, bei denen dieses Training so nicht funktioniert – in diesem Fall wenden Sie sich bitte an Ihren Hundetrainer.)
Medical Training bedeutet, den Welpen frühzeitig durch regelmäßiges häusliches Training an Untersuchungen und Pflegemaßnahmen zu gewöhnen, um Stress und Angst zu vermeiden, wenn es darauf ankommt.
Wichtige Elemente sind:
- Berührungen an Ohren, Pfoten, Lefzen
- Zahnkontrolle (Lefzen vorsichtig anheben; erleichtert auch später das Gewöhnen ans Putzen der Zähne)
- Pfotenpflege, Krallen schneiden üben (Pfoten anfassen, sanft Druck ausüben; Krallenschere zeigen und an die Krallen halten…)
- Ohren- und Augenuntersuchungen simulieren (mit Tuch über die Ohren streichen, Ohrmuscheln vorsichtig auswischen, evtl. den Finger leicht in den Gehörgang drücken; Hand über die Augen legen)
- Simulation Behandlungstisch (Welpen auf einen Tisch o.ä. setzen, sanft fixieren, dabei z. B. Zähne kontrollieren)
- Maulkorbtraining, damit der später im Notfalls stressfrei akzeptiert wird (zeigen, evtl. mit Schleck-Snack einschmieren und auslecken lassen, Nase hineinstecken lassen)
- Mit der Zeit können ein Signalwort etablieren, durch das der Welpe lernt, das nun Stillhalten angesagt ist.
Wichtig: Arbeiten Sie stets in kleinen Schritten und immer mit positiver Bestätigung. Loben Sie Ihren Welpen oder geben Sie ihm ein Leckerchen, wenn er ruhig bleibt. Sollte er Abwehrverhalten zeigen, dann reden Sie bitte nicht beruhigend auf ihn ein, da dies für ihn vom Tonfall wie ein Lob klingt und er sich eher bestätigt fühlt. Stattdessen ignorieren Sei seine Abwehr und warten ruhig ab, bis er sich wieder beruhigt hat.llte Ihr Hund trotz häuslichen Medical Trainings später während einer tierärztlichen Behandlung Abwehrverhalten zeigen, dann versuchen Sie ihn bitte auch dann nicht durch gutes Zureden zu beruhigen. Dies würde den Hund nur zusätzlich verunsichern, da er das Gefühl vermittelt bekommt, dass auch der Besitzer die Situation nicht ganz geheuer ist – ansonsten würde er ihn ja für die Abwehr nicht loben (denn wie gesagt: Beruhigung und Lob klingen für den Hund vom Tonfall er gleich – und in der Praxis kommt dann oft noch dazu, dass die Stimme der Bezugsperson durch eigene Aufregung eher unsicherer klingt, was den Hund dann noch mehr beunruhigt.)
Mit knapp vier Monaten kommen Hundewelpen in den Zahnwechsel, mit ca. 6-7 Monaten ist der Zahnwechsel bei den meisten Hunden abgeschlossen. Insbesondere bei Zwergrassen fallen manchmal nicht alle Milchzähne aus, am häufigsten betroffen sind dabei die Eckzähne. Sollten diese nicht ausfallen, melden Sie sich bitte zeitig, um spätere Probleme und Fehlentwicklungen der bleibenden Zähne zu vermeiden.
Spätestens mit Abschluss des Zahnwechsels ist es empfehlenswert, den Junghund an das Putzen der Zähne zu gewöhnen. Arbeiten Sie dabei bitte kleinschrittig: Zunächst sollte Ihr Hund daran gewöhnt sein, sich an der Schnauze anfassen und die Lefzen anheben zu lassen. Dann nimmt man eine spezielle Hundezahnpaste und übt mit ihm, sich diese auf Zähne und Zahnfleisch streichen zu lassen. Im nächsten Schritt nimmt man entweder einen Fingerling oder eine Fingerzahnbürste aus Gummi hinzu und beginnt, damit die Zähne vorsichtig abzubürsten. Als letzten Schritt kann man vielleicht noch auf eine starre Zahnbürste für Hunde wechseln.
Beim Putzen der Zähne sind vor allem die Außenflächen wichtig, dies allerdings bitte bis ganz nach hinten.
Ergänzend zum Putzen der Zähne kann man auch auf spezielle Futtermittel für die Zahnpflege setzen. Bei Interesse sprechen Sie uns gern darauf an und wir geben Ihnen eine Empfehlung für Ihren Hund.
Neben der oben beschriebenen Zahnpflege sollte auch auf die Krallenpflege geachtet werden. Viele Hunde, insbesondere größere Rassen, kommen damit selbst zurecht, bei anderen muss aber nachgeholfen werden. Achten Sie insbesondere bei den Daumenkrallen darauf, dass diese nicht zu lang werden und einwachsen.
Bei Hunden mit vielen Haaren in den Gehörgängen sollten diese regelmäßig gezupft werden. Sprechen Sie Ihren Hundefrisör gegebenenfalls darauf an.
Sollte Ihr Hund sich auffällig am Hinterteil lecken oder mit dem Popo über den Boden rutschen („Schlitten fahren“), dann könnte dies an übermäßig gefüllten Analbeuteln liegen. In diesem Fall melden Sie sich bitte bei uns.
