
GESUNDHEITSVORSORGE
Auf dieser Seite haben wir verschiedene Informationen zum Thema Gesundheitsprophylaxe zusammengestellt, die sicherlich nicht nur für Welpen und ihre Familien interessant sind.
Sie finden hier und auf den folgenden Seiten auch den einen oder anderen Link. Sollte ein Link einmal nicht mehr funktionieren, sagen Sie uns gern Bescheid!
Regelmäßige häusliche Check-ups helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Tasten Sie regelmäßig den Körper Ihres Hundes ab, kontrollieren Sie die Krallen und die Zähne (besonders auch die hinteren Backenzähne!) und werfen Sie einen Blick in die Ohren.
Fällt Ihnen dabei eine Veränderung auf, melden Sie sich bitte bei uns!
1-2x im Jahr sollte jeder Hund zudem tierärztlich untersucht werden. Im Seniorenalter empfiehlt sich auch eine jährliche Blutuntersuchung, damit Abweichungen frühzeitig aufgedeckt werden können. Bei Hunden, die aus dem südlichen Ausland adoptiert wurden, sollte zudem einige Monate nach Einreise eine Blutuntersuchung auf die sogenannten Mittelmeerkrankheiten („Reisekrankheiten“) durchgeführt werden.
Schutzimpfungen sind ein sehr wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge.
Krankheiten, gegen die Hunde bei uns geimpft werden sollten, sind:
Staupe (S)
Hepatitis contagiosa canis (H)
Parvovirose (P)
Parainfluenza (Pi), auch „Zwingerhusten“ genannt
Leptospirose (L4)
Tollwut (T)
Nach abgeschlossener Grundimmunisierung erfolgen Impfungen jährlich, wobei mit den modernen Impfstoffen nicht jedes Jahr gegen alle Komponenten geimpft werden müssen.
Die Tollwutimpfung wird erst nach drei Wochen gültig – beachten Sie dies also bitte bei Ihren Reiseplanungen! Mehr dazu erläutern wir im Kapitel „Reisen mit dem Hund“.
Neben den oben genannten Impfungen sind noch weitere Schutzimpfungen möglich, z. B. gegen die durch Zecken übertragene Borreliose. Diese Impfung sollte einen guten Zeckenschutz aber nicht ersetzen – mehr dazu erklären wir etwas weiter unten.
Außerdem gibt es noch eine erweiterte Impfung gegen Zwingerhusten. Diese ist in der Regel bei Pensionsaufenthalten Pflicht und kann auch darüber hinaus sinnvoll sein, wenn ein Hund häufig Kontakt zu anderen Hunden hat.
Darmparasiten sind eine häufig unterschätzte Gefahr für Hund und Halter. Es handelt sich hierbei um Zoonosen, also um Erkrankungen, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können.
Würmer sind nur selten mit bloßem Auge erkennbar und dann in der Regel auch nur, wenn der Hund die Würmer schon lange in sich getragen und infektiöse Wurmeier ausgeschieden hat, mit denen dann auch der Mensch infiziert werden kann. Je nach Wurmspezies kann sich dieser im Menschen (Fehlwirt) nicht regulär weiterentwickeln und sich dadurch in Organe verirren, in denen er eigentlich nichts zu suchen hat (z. B. Auge oder Gehirn). Gefährdet sind hier besonders Kinder und immungeschwächte Personen, aber auch gesunde Erwachsene können sich infizieren. Häufige Symptome beim Hund sind Durchfall und Gewichtsverlust, aber auch diese Symptome treten erst auf, wenn der Hund schon eine ganze Weile infiziert war und der Darm Schaden genommen hat.
Leider gibt es keine Wurmmittel, die im klassischen Sinne prophylaktisch wirken, also eine Ansteckung des Hundes mit Würmern verhindern würden. Nach der Behandlung kann er sich leider gleich wieder anstecken – bis die Würmer dann aber so weit entwickelt sind, das sie Schaden anrichten, dauert es eine Weile. Deshalb wird empfohlen, einen erwachsenen Hund mit durchschnittlicher Infektionswahrscheinlichkeit alle drei Monate zu behandeln. Dadurch kann die Wahrscheinlichkeit, dass er Wurmeier ausscheidet, minimiert werden kann.
Welpen und Junghunde sollten in den ersten sechs Lebensmonaten häufiger gegen Würmer behandelt werden, da bei Ihnen die Wahrscheinlichkeit einer Infektion größer ist.
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der ESCAPP, einer unabhängigen Expertenkommision im Bereich der Veterinärparasitologie:
ESCCAP
(folgenden Link hinterlegen: https://www.esccap.de/ueber-esccap/wofuer-steht-esccap)
Alternativ zur regelmäßigen „Wurmkur“ kann man auch z. B. jede zweite routinemäßige Behandlung durch eine Kotuntersuchung ersetzen und nur im positiven Fall behandeln. Bedenken sollte man allerdings, dass nicht jeder Test alle Würmer zuverlässig nachweisen kann. Gerade bei Bandwürmern, die für den Menschen nicht ungefährlich sind, können die Tests falsch negative Ergebnisse liefern. Vollständig darauf verlassen sollte man sich also nicht.
Neben Würmern sind auch Giardien ein immer wichtigeres Thema, gerade bei Welpen und Junghunden. Hierbei handelt es sich um Darmeinzeller, die zu Durchfällen führen, die gerade für Welpen gefährlich werden können. Nachweisen lassen sich Giardien über einen Schnelltest, der bei uns in der Praxis möglich ist.
Gegen Flöhe und Zecken gibt es heute sehr gute Präparate, die einen Befall verhindern können. Diese werden entweder auf die Haut aufgetragen monatlich als Tablette eingegeben. Wichtig ist hier die Abtötungsgeschwindigkeit, die zwischen den Präparaten der verschiedenen Hersteller teilweise recht deutlich variieren kann. Wir halten bei uns in der Praxis für unsere Patienten Präparate vorrätig, die mit vergleichsweise wenig Wirkstoff eine sehr schnelle Abtötungszeit aufweisen – und natürlich eine sehr gute Verträglichkeit.
Flöhe können rasch von einem Tier zum anderen übertragen werden. Finden Sie auf Ihrem Hund einen Floh, dann melden Sie sich bitte zeitnah bei uns – je schneller das Problem angegangen wird, umso rascher ist man mit der richtigen Behandlungsstrategie die kleinen Plagegeister auch wieder los. Viele Präparate aus dem Handeln halten hier leider nicht, was sie versprechen. Wichtig ist, dass in die Behandlungsstrategie auch die Umgebung einbezogen wird, da sich hier die Jugendstadien der Flöhe aufhalten. Außerdem sollte immer auch daran gedacht werden, dass Flöhe Bandwürmer übertragen – im Rahmen der Flohbehandlung sollte also auch immer eine Behandlung gegen Bandwürmer erfolgen.
Zecken kann sich ein Hund auf jedem Spaziergang „einhandeln“. Durch die milden Winter überleben viele Zecken die kalte Jahreszeit, und inzwischen gibt es immer häufiger auch in unseren Breitengraden Zeckenarten, die es früher eher in Südeuropa gab, und damit steigt auch die Gefahr, dass sich ein Hund mit einer von Zecken übertragenen Krankheit infiziert. Längst ist dabei nicht nur die Borreliose ein Thema und ein zuverlässiger Zeckenschutz immer wichtiger. Wir beraten Sie gern!
Für Hunde ab einer Größe von 40 cm oder einem Gewicht ab 20 kg ist die Kennzeichnung mit einem Mikrochip vorgeschrieben – für alle anderen aber auch absolut sinnvoll, denn entlaufen kann natürlich auch ein kleiner Hund.
Auch für Reisen ins Ausland ist eine Kennzeichnung mit einem Mikrochip notwendig, denn nur dann darf der für die Reise benötigte „EU-Heimtierausweis“ ausgestellt werden, der für die Reise benötigt wird (mehr dazu erfahren Sie weiter unten in der Kategorie „Reisen mit dem Hund“).
Viele Krankenversicherungen verlangen inzwischen ebenfalls die unverwechselbare Kennzeichnung. Die Chipnummer muss dann auch auf den Tierarztrechnungen mit angegeben werden, damit diese eindeutig dem versicherten Tier zugeordnet werden kann.
Der Chip ist eine kleine Kapsel, die unter die Haut auf der linken Halsseite gesetzt wird und sich dort reaktionslos abkapselt. Mit einem speziellen Lesegerät kann man die Nummer des Chips auslesen – eine Adresse oder der Name des Tieres sind nicht darauf enthalten. Moderne Chips können aber inzwischen die aktuelle Körpertemperatur des Tieres übermitteln, was ein netter Nebeneffekt ist.
Die meisten Welpen haben heutzutage bereits ihren Mikrochip, wenn sie an den neuen Besitzer abgegeben werden. Damit der Chip aber seine wohl wichtigste Funktion erfüllt – nämlich den Hund, sollte er einmal entlaufen, schneller nach Hause zu bringen und ihm eine unnötige Wartezeit im Tierheim zu ersparen – ist es unbedingt notwendig, dass Sie ihn bei einem Haustierregister anmelden.
Das in Deutschland wohl bekannteste Haustierregister ist TASSO. Dort können die Tiere kostenlos und ganz einfach online registriert werden:
Achten Sie bei der Registrierung unbedingt darauf, dass kein Zahlendreher in der doch recht langen Nummer des Mikrochips entsteht, denn mit der korrekten Angabe der Nummer steht und fällt natürlich die erfolgreiche Registrierung.
Wichtig: Sollten Sie einmal umziehen oder sich Ihre Telefonnummer ändern, denken Sie bitte unbedingt daran, Ihre Kontaktdaten beim Haustierregister zu aktualisieren!
In der heutigen Zeit ist der Abschluss einer Tierkrankenversicherung sicherlich eine Überlegung wert.
Man unterscheidet generell zwischen einer OP-Versicherung, die nur chirurgische Eingriffe abdeckt, und einer Krankenversicherung, die neben Operationen auch Behandlungen im Krankheitsfalls übernimmt. Manche Versicherungen geben auch einen Zuschuss zu Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen.
Eine ausführliche Übersicht über die verschiedenen Versicherer und Tarife finden Sie hier:
Vergiftungen
Wie weiter oben bereits beschrieben, gibt es neben den typischen Giften (Rattengift, Schneckenkorn etc.) noch viele andere Stoffe, die zu Vergiftungen führen können. Dazu gehören auch diverse Pflanzen und einige unserer Lebensmittel, für den Menschen gedachte Medikamente oder Putzmittel. Welpen und Junghunde sind hier besonders gefährdet – einerseits, weil sie noch unbedarfter an alles herangehen, andererseits wegen ihres geringeren Körpergewichts, wodurch schneller die kritischen Grenzwerte bezüglich einer giftigen Substanz erreicht werden.
Je nach Giftstoff und aufgenommener Menge können dabei verschiedenste Symptome auftreten. Häufig kommt es dabei zu Erbrechen und Durchfall, aber auch neurologische Ausfallserscheinungen und Krampfanfälle sind je nach Giftwirkung möglich. Im schlimmsten Fall kann es zum Tod des Tieres kommen, wenn nicht schnell genug gehandelt wird. Haben Sie beobachtet, dass Ihr Tier etwas aufgenommen hat, dann melden Sie sich also zeitnah und bringen auch Informationen über die aufgenommene Substanz mit. Bitte kündigen Sie sich telefonisch an, damit wir in der Zwischenzeit schon einmal den Wirkstoff recherchieren können, sollte der nicht ganz geläufig sein.
Aufnahme von Fremdkörpern
Welpen neigen dazu, alles anzuknabbern und auch schon einmal Gegenstände zu verschlucken. Auch hier sollte rasch reagiert werden. Unter Umständen ist es notwendig, den Hund unter tierärztlicher Aufsicht durch die Gabe eines speziellen Medikaments erbrechen zu lassen, um den Fremdkörper aus dem Magen zu bekommen, bevor er in den Darm gelangt und dort evtl. zu einem Verschluss führt.
Unfälle
Welpen sind noch recht unbedarft und erkennen nicht immer mögliche Gefahren. In dieser Lebensphase ist es also besonders wichtig darauf zu achten, dass sie z. B. nicht irgendwo herunterfallen.
Denken Sie aber bitte auch bei erwachsenen Hunden daran, dass es viele mögliche Unfallquellen gibt, die ein Hund möglicherweise nicht als solche erkennen kann. Und selbst ein eigentlich verkehrssicherer Hund kann sich einmal so erschrecken, dass er plötzlich auf die Straße springt. Geben Sie in der Nähe von Straßen also stets Acht.
Hitzschlag
Hunde können nur an den Pfoten schwitzen. Ihre Wärmeregulation erfolgt ansonsten durch Hecheln. Dies macht sie recht hitzeempfindlich. Achten Sie unbedingt darauf, dass bei Temperaturen ab 20°C der Hund nicht länger allein im Auto bleibt, da dieses sich rasch so weit aufheizen kann, dass es für den Hund gefährlich werden kann.
Hier gibt es weitere Informationen zum Thema inklusive einiger Tipps, was man tun sollte, wenn man einen Hund in einem überhitzen Fahrzeug entdeckt.
Eine weitere Gefahr besteht, wenn Hunde bei hohen Außentemperaturen am Fahrrad geführt werden. Neben der Gefahr eines Hitzschlags besteht hier auch die Gefahr von Brandblasen an den Pfoten, wenn der Hund ohne Pfotenschutz über den heißen Asphalt laufen muss.
Kurznasige Hunde wie z. B. Bulldoggen sind oft besonders hitzeempfindlich.
